Unkraut vergeht nicht

Unkraut

Da es keramisch kaum neue Themen gibt, mal ein neuer Statusbericht aus der Keramikwerkstatt.
Hatte mich nun doch entschlossen, den Shop mit Bezahlfunktion einzurichten. Hat auch schon funktioniert. 😉 Jetzt klopfe ich abends immer mal ein paar Artikel ein. Dummerweise werde ich beim nächsten Markt, die meisten Produkte wieder heraus nehmen müssen. Habe keinen Platz für ein extra “Shopwarenlager”. Wenn eine Keramik mit auf dem Markt war, kann sie verkauft sein, oder unauffindbar in einer anderen Kiste landen. Aber bis dahin ist ja noch ewig Zeit. Märkte und Feste sind ja alle abgesagt oder verschoben. Das könnte/wird im Herbst einige Überschneidungen geben. Und ehrlich gesagt: ich befürchte dann umsatztechnisch keine Höhenflüge. Wenn die Standgelder nicht angeglichen werden, wird es dann nochmal einige Bewegung am Markt geben. Aber Veranstalter sitzen ja gerade im gleichen Boot. Die haben ja vollen Zonk.
Nächste Hoffnung: Weihnachtsgeschäft.
Die Geschäfte haben ja nun auch offen, aber es läuft angeblich nicht so dolle. Da habe ich auch etwas Hoffnung. Kann mir durchaus jetzt Anfragen für Zusammenarbeit vorstellen. Klar – Chinaware wirft mehr ab und Geld ist knapp. Aber wenn dann der Advent näher rückt – zieht individuell gefertigte Ware doch viele Menschen an. Man könnte zumindest mal darüber reden, Produktionskapazität ist gerade vorhanden. 🙂
Soforthilfe gab es auch bei mir. Aber je mehr man sich damit beschäftigt, um so mehr bekommt man das große Kopfschütteln. Jedes Bundesland, teilweise auch jeder Kreis hat andere Bedingungen. Manch Kollege bekommt keinen Cent, andere bekamen auch über die 9k € hinaus. Mal gibt es Handgeld hier und dort nen Klecks für Leute in der KSK. Es gibt nicht wirklich eine Quelle, wo man voll den Überblick bekommt. Alles ändert sich wöchentlich. Und da das Internet nicht vergisst, wird die Infoflut immer fetter. Und aktuell sind die entsprechenden Seiten ja auch nicht immer.
Wahrscheinlich gewollt…?
Ich bekam also 5000€ nach ungefähr einem Monat. Die 9000€ bekommt man wohl in BW, oder RP – aber doch nicht im roten Thüringen. Neeeein, wo kommen wir da hin? Die Aufbaubank wird sich irgendwann noch mal melden. Dann gibt es sicher Papierflut, wenn man will was andere bekamen… Was hingegen sofort kam, sind Pishingmails zum Daten abgreifen. Das Böse schläft halt nie. In Thüringen darf man angeblich, die Krankenkasse und Rentenaufwendungen von der Soforthilfe begleichen. In anderen Bundesländern gilt der Selbstbehalt von “11hundertpaarzerquetschte” Euro. Infos muss man sich wie gesagt irgendwie suchen. Kollegen aus anderen Bundesländern können nicht helfen. Seine Zahnpasta und Brötchen darf man von der Coronahilfe jedenfalls nicht zahlen. Echt ärmlich für solch ein “modernes” Land. Kleinstaaterei vom Feinsten. Es ist eben genau so, wie mit den unterschiedlichen Lockerungen. Jeder macht sein Ding. Ob da wirklich wer noch den Überblick hat?
Da feiern sie sich für die Rettung von Künstlern, DJs, Musikern, Kleinstunternehmern… Die drehen jeden Pfennig drei mal um und sparten auch in “guten Zeiten” an sinnlosen Ausgaben. Aber wer kaum Aufwendungen hat, geht mal besser gleich zum Amt (da ist TrashTV oder Tagesschau dann nicht vor Ort). Es bleibt einem nur: ersparte Groschen aufbrauchen oder Hartzi werden. Keramik ist halt kein Produkt, was man in solch Zeiten unbedingt benötigt.

Andererseits besteht auch kein Anrecht auf solche Staatsleistungen. Muss man auch mal sagen. Doch wenn “da oben” Milliarden verschoben werden, muss man auch ein paar Hartz IV Krümel für das betroffene Fußvolk fallen lassen. Oder nicht? Wenn dies aber ungleichmäßig und nach Zufallsprinzip (z.B. Wohnort) geschieht, ist dies nicht mehr lustig. Manch Firma müsste nur wenige Kilometer weiter gelegen sein und bekäme sofort tausende Euro mehr oder weniger. Unglaublich! Teile und herrsche – wie man es nicht machen sollte. So bleibt einem nur das Augen zu und durch, wenn man zu den wirtschaftlich, betroffenen Coronaopfern gehört. Ich kann nur hoffen, dass das Töpferhandwerk nicht einen Großteil seiner Firmen verliert. Mit jedem Kollegen der aufgibt, stirbt eine Menge Fachwissen. Klar, die werden durch Blümchen quetschende “Fachkräfte” ersetzt. Es steht für das Töpferhandwerk aber einiges auf dem Spiel.
Übrigens: Sollte ein Kollege gerade jetzt seine Webseite mit einem Shop aufrüsten wollen, stehe ich gern für kleine(re)s Geld zur Seite.