Engobieren

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engobieren …

…schon mal gehört? Engobe ist für Nichtkeramiker sicher kein all zu gebräuchlicher Begriff. Dahinter verbirgt sich eine Dekorschicht aus Ton auf Ton. Und diese Dekorationsmöglichkeit wird wohl auch seit der Steinzeit angewendet. Als Keramiker kommt man kaum ohne diese Dekoration aus.

Wenn man so alte braune Einlegetöpfe sieht, sind diese meistens mit Engobe gefertigt. Ein Ton der sehr früh schmilzt (meist roter Ton, der halt braun ausschmilzt), wird als Überzug über den Steinzeugton gegossen. Auch das Bürgeler Blau/Weiß ist ein gutes Beispiel. Die Möglichkeiten sind aber gigantisch weit gefächert.

In meiner Werkstatt wird Engobe auch eingesetzt. Ich verwende meist weißen Gießton dafür. Wenn ich schwarzen Ton verarbeite, brauche ich oft den weißen Tonüberzug. Zum Beispiel bei den Vögeln. Die Schnabelfarbe wäre auf schwarzem Scherben sonst nicht so machbar. Bei schwarzen Tassen gieße ich die Innenseite mit Engobe aus. So kann ich innen die rote Glasur zum leuchten bringen.

Engobieren geht auch durch aufpinseln. Man kann sie wie bei den hier gezeigten Tassen auch gießen. Das ist aber für Anfänger gar nicht “so ohne”. Da gibt es haufenweise Fallstricke. Da Ton (wie auch Engobe) beim trocknen schwindet, kommt es auch auf den richtigen Moment und auch die Zusammensetzung an. Der Spruch: ‘so früh wie möglich und so spät wie nötig’, trifft es ganz gut. Zumindest wenn man vor dem Schrühbrand engobiert.

Faustregel lautet: wenn der Ton nicht mehr schmiert ist er richtig zum engobieren. Also immer mal mit dem Finger über die Tonoberfläche wischen. Solange es “schmiert”, ist es noch zu früh. Ist der Ton schon “weißgetrocknet” – bist du zu spät. Dann kann man manchmal beim zusammenbrechen seiner Keramiken zusehen. Das in der Engobe gebundene Wasser zerstört dann den Scherben. Die Engobe selber sollte ziemlich “kurz” sein. Also je weniger Schwindung, desto besser. Man nimmt deshalb besser magere Tonmehle, die eben nicht so schwinden.

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Nach dem ausgießen mit Engobe bloss nicht anfassen 🙂

Ein Tongefäß wird beim trocknen kleiner. Engobe aber auch. Deshalb muss das unbedingt passen, sonst kann der Tonüberzug auch mal abblättern. Es empfiehlt sich, Enbobe sehr fein zu sieben. Also mindestens durch ein Glasursieb. Wenn es von der Schwindung nicht passt, hilft auch manchmal die Zugabe von 10% transparenter Glasur. Die magert dann die Engobe und fördert die Verzahnung mit dem Scherben. Auch die richtige Fließfähigkeit (Dicke) ist wichtig. Ich überprüfe das mit einem einfachen Trick. Einfach mal den Finger bis zum zweiten Gelenk hinein stecken und heraus ziehen. Wenn ein Tropfen entsteht passt es bei mir. In meinem Lehrbetrieb waren es zwei Tropfen.

Beim Engobe pinseln muss man nicht ganz so vorsichtig sein. Man kann es sogar nach dem schrühen tun. Es gehört etwas Gefühl dazu, die richtige Dicke des Überzugs einzuschätzen. Man kann mit dem Pinsel auch Engobe wieder herunterpinseln. Wenn es der Artikel zulässt, engobiere ich manche Dinge auch zwei mal. Einmal vor und einmal nach dem Schrühbrand. Das spart Zeit und man muss nicht so genau arbeiten.

Ich denke mal jeder der mit Keramik herstellen beschäftigt ist, kommt ohne dieses Thema nicht aus. Zum Glück kann man sich vieles darüber auch anlesen. Gibt ja zum Glück recht viel Literatur darüber…er Engobe nicht selber mischen und färben mag, kann auch fertige Produkte nehmen.