wenig motiviert

auszeit

Eigentlich möchte ich hier ja über meinen Berufsalltag schreiben. Aber gerade läuft es nicht all zu super. Wie befürchtet und abzusehen, gestaltet die Politik uns allen ziemlich schlechte Bedingungen. Ich müsste normal produzieren wie bekloppt, solange meine Kilowattstunde Strom nur 31 Cent kostet. Oder ich überhaupt noch sicher brennen kann, ohne das der Brand unterbrochen wird und ich den Ofeninhalt entsorgen muss. Gelingt gerade nicht.

Da denkt man, sie haben einen mit ihrem Coronakack genug Steine in den Weg gelegt. Nein – sie finden doch glatt neue Betätigungsfelder. Erste Weihnachtsmärkte sind wohl bereits gestrichen. Energie muss gespart werden. Die Kundschaft bricht weg, bei so viel Horrormeldungen.
Dann kam ein Todesfall in der Familie hinzu. Heutzutage aber normal, wenn Leute mit 56 Jahren Herzkasper bekommen. Ich schau in den Impfausweis und denke mir meinen Teil. Wie auch immer, es ändert oft auch den Blick auf das Leben und Dinge. Von all den Wegen die da folgen, ganz abgesehen.

Heute ist komplett Ruhetag. Ein Zahnarztbesuch wirkt nach. Ein-, zwei kleine Dinge im Garten erledigt. Zum Glück beginnt der Herbst. Eine Zeit die ich sehr mag. Hoffe irgendwie auf etwas Inspiration und Kraft, um wieder mit Spaß meine Keramik herzustellen. Wenn eine Jahreszeit dies schafft, dann der Herbst. Zudem freue ich mich auf einen meiner Lieblingsmärkte. Coole Leute treffen, gute Gespräche am Stand, etwas dabei verdienen – alles wird fein. Muss sein, denn wenn ich Dienst nach Vorschrift mache, fehlt meinen Produkten etwas die Seele. Also wohl erst mal unkreative Dinge erledigen. Ofen reparieren, Gipsformen bauen, Glasur sieben… Und von den Leuten fern halten, welche das „dessen Brot ich ess…“ Lied fröhlich weiter trällern.
Läbbe geht weida, sagte ein Fußballtrainer früher des öfteren. Es wird weiter gehen, nur im Moment nicht mit 100%.