Shop

Du möchtest also Keramik von mir kaufen? Sorry, wenn ich dich mit dem „Shop“ Button etwas hinters Licht geführt habe. Aber ein Blogeintrag würde irgendwann aus dem Blickfeld verschwinden.
Denn ich habe eine schlechte Nachricht für dich. Momentan stelle ich nicht auf Kundenwunsch her und verschicke auch nichts. Dazu kommt auch noch, dass Kundenbesuche in der Werkstatt ebenfalls nicht vorgesehen sind. Natürlich gilt dies nicht generell.

Warum ich so wenig Service biete? Habe ich den Umsatz nicht nötig?

Es ist nicht so, dass ich diese Geschäftstaktik immer so gehandhabt habe. Es ist die Summe aus meinen gemachten Erfahrungen.
Ein Webshop – ist bei meiner Breite an Produkten – hier schwierig umzusetzen. Fast immer handelt es sich bei meinen Keramiken um Einzelstücke. Ich hatte solch einen Shop, aber der administrative Aufwand war zu groß.

Individuelle Kaufanfragen scheitern am Versand. Dafür müsste man in Verpackungsmaterial investieren und auch den Platz dafür haben. Kommunikation, Rechnung erstellen, Verpackung suchen und verpacken, mit dem Transporter in die Stadt fahren – benötigen ungefähr eine Stunde Zeit. Zehn Euro habe ich früher für den Versand berechnet. Amazon gewöhnte Kunden waren da schon verschreckt. Zieht man von den zehn Euro die Kosten für z.B. DHL (6,90€), Autokosten und Verpackungskosten ab, bleibt mein Stundenlohn übrig. Mal ehrlich: Wie viele Kunden kann ich mir leisten, wenn mein Stundenlohn beim Versand unter drei Euro rutscht? Bleibt überhaupt unterm Strich etwas hängen, wenn es sich zum Beispiel um einen 15,- Euro Auftrag handelt?

Ähnlich verhält es sich bei Anfragen, etwas auf Kundenwunsch herzustellen. Zuerst kommuniziert man ewig. Es entsteht meist Zeitdruck, weil ja „Oma Elfriedes Geburtstag“ nicht verschiebbar ist. Oft war deshalb der Ofen nicht optimal ausgelastet, was mich letztenendes auch Geld kostet. Und meist schlägt dann auch Murphys Gesetz zu. Ein bestimmter Ton ist nicht da. Die Glasur alle. Ausgerechnet in dem bestellten Stück ist ein Fremdkörper im Ton gewesen. Und und und…
In der Summe war es stets nur Stress, den ich mir einfach nicht antun muss. Ich bin Kunsthandwerker und kein Dienstleister.

Auch der Besuch in meiner Werkstatt ist nicht vorgesehen. Warum? Man unterbricht meine Arbeit. Da ich keinen Verkaufsraum habe, geht es ins Lager. Dort werden alle Kisten durchsucht, bis eventuell etwas gefunden wird. Ist der Kunde weg, packe ich alles wieder fein säuberlich in die Kisten zurück. Sonst gibt es bei der nächsten Markttour Bruch, ich vergesse etwas mitzunehmen, oder finde nichts mehr wieder. Durchschnittlich dauert so ein Kundenbesuch 45 Minuten bis eine Stunde. Setzt man den Gewinn vom Verkauf in Relation zum Verdienstausfall (weil ich meine Produktionstätigkeit unterbrach), bleibt da nicht viel hängen. Auch hier gilt: wie viele Kunden kann ich mir da überhaupt leisten?
Zumal ich mir die Freiheit erhalten möchte, jederzeit zeitlich flexibel zu sein. Feste Öffnungszeiten möchte ich nicht einführen. Wenn ich einkaufen will, oder auf ein Amt muss – dann mache ich das wann ich will. Ich nenne es Freiheit. :o)

Es bleibt (wie oben schon mal erwähnt) anzumerken, dies ist natürlich nicht immer und allgemein gültig. Mir gefallen schon interessante und anspruchsvolle Anfragen. Es gibt Ausnahmefälle, in denen ich auch versende. Auch ist ein Werkstattbesuch bei mir nicht immer ausgeschlossen. Alles eine Frage von Absprache. Die Absprache am besten per Mail, denn mit Ton verschmierten Händen gehe ich nie ans Telefon.
Solange ich auf Märkte fahren kann und möchte, dort den benötigten Umsatz erreiche – solange wird sich daran auch nichts ändern. Es gibt genug Faktoren, welche dies Geschäftsmodell kippen können (Gesundheit, Diesel, Anschläge etc…). Sollte es soweit sein, teile ich euch das an dieser Stelle mit.

Nun kann man natürlich fragen, wozu ich diese Webseite überhaupt noch betreibe? Wie gesagt, die Seite besteht schon recht lange. 2017 habe ich ideefactory.de komplett ruhen lassen. Viele Kunden baten mich direkt und per Mail, wieder aktiv zu sein. Also berichte ich hier weiter ab und zu von meiner Arbeit. Das macht mir Freude und ich stehe mit wirklich vielen Leuten so in Kontakt. Ich hoffe, auch du schaust immer mal wieder vorbei.